15.6.2010 (Di) Wie schon angekündigt waren wir im Hunter Valley. Dieses Weinanbaugebiet liegt etwa 2,5 Std. nördlich von Sydney. Auf den Weg dahin konnte man sehr schön die endlosen Weiten Australiens genießen - also riesen große Farmen mit Kühen, Pferden und alles was dazugehört. Alle Winzer die wir besucht hatten verkauften ihren Wein ausschließlich in ihren eigenen kleinen Läden auf dem Grundstück das heißt alle Weine gab es ausschließlich nur hier zu kaufen.
Bevor es zum Alkohol ging hat uns unser Tourguide noch gesagt was man so beachten sollte um nicht gleich wie ein Weinanfänger zu wirken:
- Das Glas um Stiel anfassen - nicht wie ein Bierglas (da durch die Temperatur der Finger der Wein in seinem Geschmack verfälscht wird)
- Das Glas etwas herumschwänken - so kann der Wein etwas atmen (oder vorher dekantieren) und entfaltet seinen vollen Geschmack
- An dem Wein riechen
- Nach dem riechen sagen was man so erahnt also: Erdbeere, Ananas...Abgase und Kuhmist :)
- Einen kleinen Schluck nehmen und im Mund herumspülen - so erreicht der Wein auch die empfindlichsten Geschmackknospen im Mund (diese liegen relativ weit vorne)
- das wichtigste stöhnen wie gut der doch schmeckt und wieder sagen was man so schmeckt (außer Diesel oder Kuhmist;) )
Die erste Weinverkostung begann schon 10:30, man kam sich ja schon fast wie einer von diesen Pennern die Vormittags zur Tankstelle gehen um sich dort zum Bier zu treffen. Mit dem Unterschied das bei uns das Ambiente und die Getränke andere waren.
Es ging zu erst mit leichten weißen Weinen los und ging dann über zu sehr leckeren trockenen roten Weinen bis hin zu speziellen Likör ähnlichen Weinen. Diese Verkostung war die Beste von allen! Der Besitzer selbst hat uns die Weine vorgestellt und sich auch Zeit genommen etwas mehr über seine Arbeit und seine Weine zu erzählen. Habt ihr gewusst das die Asche von Verstorbenen Familienmitgliedern (von dem Weingut) übe die Weinreben verstreut werden. Der Wein der nächsten Leese wird dann nach dem Verstorbenen benannt.
Also ist es nicht möglich seinen eigenen Wein (der nach einem benannt ist) zu trinken. Das ist in Deutschland unvorstellbar, aber vielleicht macht das den gewiesen Reiz/Geschmack australischer Weine aus. Immerhin ist Australien der 4. größte Weinhersteller der Welt hinter Frankreich, Spanien und Italien.
Schon bei 1. Station unserer Verkostung hat man gemerkt, das wird heute nicht einfach heute auf den Beinen zu bleiben. Auf ging`s zur nächsten Station - ein sehr schönes Anwesen welches einem Pharmacy Millionär gehört der Spaß daran hat Wein herzustellen. Hier waren die Weine nicht ganz so lecker wie bei dem ersten Verkostung aber man nimmt mit was man umsonst kriegen kann :)
Dann war Mittagspause und die war auch nach soviel Alkohol auch echt nötig. Frisch gestärkt ging es noch zu einer kleinen Käseverkostung - diese war echt unter ULK zu verbuchen. Es gab 5 Frisch -bzw. Schmelzkäse zum probieren, keinen Hartkäse, dafür aber Blauschimmel Käse der nach Kuh Pubs schmeckte. Auf diesen Geschmacksschock mussten wir schnellstens zur nächsten Weinverkostung um zu testen ob unsere Geschmacksnerven noch funktionieren.
Dieses Weingebiet gehört einer gebürtigen Deutschen. Der Wein war sehr gut aber die Abstände zwischen den einzelnen Weinen waren so kurz das man nicht einmal richtig schmecken konnte - man kam sich vor wie bei einer Massenabfertigung da auch schon die nächste Truppe draußen wartete.
Alles in allem war es ein sehr schöner gelungener Ausflug. Es ist sehr überraschend wie unterschiedlich 3-mal der gleiche Wein schmecken kann. Ich würde es ist jedem empfehlen einmal an einer Weinverkostung teilzunehmen - es muss ja nicht zwingend Australien sein (aber auch nicht 6 verschiedene Weine von ALDI oder NORMA :) ).

